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LA SCOMPARSA DI MIA MADRE /LA STORIA DI B.

DAS VERSCHWINDEN MEINER MUTTER

Kamera, Buch und Regie: Beniamino Barrese
Schnitt: Valentina Cicogna
Musik: Aaron Cupples
Ton: Massimo Mariani
Produzent: Filippo Macelloni für Nanof/Ryot Films
Mit Benedetta Barzini, Beniamino Barrese, Lauren Hutton, Michela Rossi

Italien 2019
94 Minuten, OmU
In Kooperation mit Missing Films Untertitelung finanziert durch das Italienische Kulturinstitut Hamburg

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Was für eine Karriere: Jet-Set-Supermodel, engagierte Feministin, Journalistin und Dozentin – Benedetta Barzini hat in ihrem Leben schon einige Widersprüche verbunden. In den 60er Jahren posierte sie für die „Vogue“ und andere Modemagazine, war Muse von Andy Warhol und Salvador Dalì. Später wurde sie zur eloquenten feministischen Kritikerin der Modebranche. Mit 75 Jahren hat Benedetta mit ihrem früheren Leben und ihrer Umwelt abgeschlossen und will verschwinden. Dass ihr Sohn Beniamino nun einen Film über sie drehen will, löst zwischen den beiden eine unerwartete Zusammenarbeit und zugleich Konfrontationen vor der Kamera aus.
Das faszinierende Porträt einer außergewöhnlichen Frau und zugleich ein sehr persönlicher Film über eine komplexe Mutter-Sohn-Beziehung.

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Seit ich sieben Jahre alt war und mein Vater mir eine Filmkamera schenkte, ist Filmen für mich zur Strategie geworden, um Erfahrungen und geliebte Menschen festzuhalten, um sie vor dem Lauf der Zeit zu retten. Ich habe versucht, mit meiner Mutter das gleiche zu machen – es war jedoch nie leicht, sie vor die Kamera zu bringen. Ich spürte eine Art Scheu ihr gegenüber. Es schien mir unmöglich, sie in einem Bild festzuhalten. Sie war zu viel von allem: zu schön, zu intelligent, zu charismatisch, zu aggressiv, zu stark, zu tief, zu besonders. Obwohl wir seit jeher eine sehr enge Beziehung haben, war sie mir immer ein Rätsel. Was macht man, wenn die eigene Mutter sagt, dass sie für immer weggehen möchte? Diesen Film zu drehen war mein Versuch, darauf eine Antwort zu finden.
Beniamino Barrese

Benedetta Barzini war nicht nur ein Fotomodell von internationalem Ruhm, sondern auch bereit, kämpferisch die Ambivalenz und die Widersprüche der Mode- und Medienwelt zu entlarven. Ihr Sohn Beniamino filmt sie heute, mit 75, wo ihr alles immer unerträglicher wird und sie nochmals ihr Leben verändern möchte. Das Filmprojekt wird zu einer Art Kampf mit komödiantischen Momenten, in denen sie kritisiert und nörgelt, sich und andere in Frage stellt, während Bilder von ihr aus unterschiedlichen Zeitabschnitten gezeigt werden. Zum Vorschein kommt das Porträt einer Frau, die nichts dafür tut, glamourös zu wirken, das Recht auf ihr eigenes Bild beansprucht, ohne daran Gefallen zu finden, und so am Ende von dem Film Besitz ergreift.
Emiliano Morreale, La Repubblica

Der Film wurde, wie der Regisseur erklärt, "mit und gegen" die Mutter gedreht, in einem körperlichen und verbalen "Nahkampf" mit dem Sohn, der hinter der Filmkamera steht. Eine Auseinandersetzung mit dem ausdrücklichen Ziel, den Weggang der Mutter an einen ungenannten Ort zu verzögern. Wie ernst sollen wir diesen Wunsch nehmen? Und wie viel Wahrheit steckt hinter dem Versuch des Sohns, die Filmkamera als unkonventionelle Waffe zu verwenden? Der Kampf um die Kontrolle über den Film endet unentschieden. Beniamino fotografiert und filmt Benedetta, seit er klein war. Sie posiert und tanzt für ihn ein letztes Mal.
Paola Piacenza, Io Donna


Beniamino Barrese (*1986) studierte Philosophie und Ökonomie in Mailand und London und machte dann seinen Master in Kinematografie an der Nationalen Film- und Fernsehschule in Beaconsfield. Als Kameramann drehte er Kurzfilme im dokumentarischen und fiktionalen Bereich, Musik- und Modefilme sowie Werbung. La scomparsa di mia madre ist sein erster Langfilm.

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