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LA VITA DA GRANDIDas Leben als ErwachseneRegie: Greta Scarano Italien 2025 Irene versucht sich in Rom ein neues Leben aufzubauen. Doch dann überredet ihre überforderte Mutter sie, in ihre Heimatstadt Rimini zurückzukehren und sich um Omar, ihren 40-jährigen autistischen Bruder, zu kümmern. Irene soll ihm zu mehr Selbständigkeit verhelfen. Sie stellt schnell fest, dass Omar sehr klare Vorstellungen von seiner Zukunft hat: Er möchte heiraten, drei Kinder haben, weil drei die perfekte Zahl ist, vor allem aber will er unbedingt als Kandidat in die populäre TV-Talentshow „Yes You Can“, um ein großer Rap-Star zu werden. Sowohl für Irene als auch für Omar wird ihr Zusammensein zu einem Crashkurs in Sachen Erwachsen-Werden… Greta Scaranos gelungener Debutfilm ist eine kluge, überraschend humorvolle und emotionale Filmadaption der authentischen und als Buch veröffentlichten Lebensgeschichte der Geschwister Damiano und Margherita Tercon. Eine echte Entdeckung ist Yuri Tuci, selber autistisch, in der Rolle des Omar. Greta Scarano war vor ihrem Regiedebut erfolgreich als Schauspielerin tätig und ist bei unserer Tournee als Hauptdarstellerin in Come ti muovi, sbagli zu sehen.
Als ich auf die wahre Geschichte von Damiano und Margherita Tercon stieß, war ich buchstäblich wie vom Donner gerührt: mir war sofort klar, dass ich sie als Regisseurin erzählen wollte. Obwohl ich keinen Bruder mit Behinderung habe, bin ich (wie sehr viele Menschen) in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen. Ich wollte, dass das Publikum Irenes Sichtweise versteht, aber dass auch Omars Sichtweise klar und deutlich zum Ausdruck kommt: seine Art, die Welt zu sehen, und die Schwierigkeiten, mit einer Behinderung zu leben und sich ständig mit einer „normalen“ Schwester auseinanderzusetzen. Für mich war entscheidend, dass das Thema Autismus nicht die gesamte Erzählung dominiert, genau wie bei der Hauptfigur Omar, dessen Autismus nur eines von vielen Merkmalen ist, die ihn als Mensch ausmachen.
Inspiriert von dem Buch von Damiano und Margherita Tercon Mia sorella mi rompe le balle, inszeniert Scarano eine behutsame Komödie, die von Träumen, familiären Bindungen und Inklusion handelt, aber auch von lauten Familienessen vor dem Fernseher, von Geschichten, Missverständnissen und Vorwürfen. Der Film ist eher Coming-of-Age-Komödie als ein existenzialistisches Drama. Scarano sensibilisiert nicht nur für wichtige Themen wie Autismus, soziale Inklusion und Selbstbestimmung und lädt mit unbeschwerter Leichtigkeit ein, Vorurteile oder Stereotypen zu überwinden, sondern erinnert auch daran, dass eine Geschwisterbeziehung kein selbstverständliches Band ist. Sie entsteht Tag für Tag, indem man sich auf das Potenzial des anderen konzentriert, und sich gegenseitig verpflichtet, einander zu unterstützen, anstatt nur zu ertragen. Greta Scarano (*1986 in Rom) begann Mitte der 2000er Jahre ihre Karriere als Schauspielerin und wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit sowie in erfolgreichen Kinofilmen wie Suburra, Smetto quando voglio, Supereroi und Nuovo Olimpo. 2025 gab sie ihr Regiedebüt mit La vita da grandi. Unsere Filme in Mannheim:COME TI MUOVI, SBAGLI - Immer verkehrt GIOIA MIA - Mein Sommer mit Nonna |