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Rosa pietra stella

Rose, Stein und Stern

Regie: Marcello Sannino
Drehbuch: Marcello Sannino, Guido Lombardi, Giorgio Caruso
Kamera: Alessandro Abate
Schnitt: Giogiò Franchini
Ausstattung: Antonio Farina
Musik: Riccardo Veno
Produktion: Antonella Di Nocera, Gaetano Di Vaio, Giovanna Crispino, Pier Francesco Aiello für Parallelo 41, Bronx Film, Pfa Films
Darsteller: Ivana Lotito (Carmela), Ludovica Nasti (Maria), Fabrizio Rongione (Tarek), Imma Piro (Anna), Valentina Curatoli (Nunzia), Francesca Romana Bergamo, Niamh McCann

Italien 2020
96 Minuten, OmU

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Portici, die quirlige kleine Nachbarstadt von Neapel direkt am Fuße des Vesuv: Hier lebt die 30jährige Carmela mit ihrer Mutter und ihrer elfjährigen Tochter Maria. Der Alltag ist rauh, mühsam schlägt sich Carmela mit Gelegenheitsjobs durch, in der ständigen Angst, das Sorgerecht für Maria zu verlieren. Da bietet ihr ein Anwalt ein ebenso lukratives wie zwielichtiges Geschäft an, bei dem es um Visabeschaffung für illegale Migranten in Neapel geht. Carmela greift zu, doch der Deal läuft aus dem Ruder, und ihre Lage wird noch verzwickter. Dann lernt sie den Algerier Tarek kennen, der seit zwanzig Jahren in Portici lebt, und plötzlich scheint sich etwas zu verändern.
Regisseur Marcello Sannino, der selber aus Portici stammt, zeichnet in seinem Debutfilm das spannende Porträt einer selbstbewussten jungen Frau, die nicht immer das Richtige tut, sich aber niemals unterkriegen lässt. Ein Film in der besten Tradition des Neorealismus, mit feinem Gespür für Details und Charaktere und mit der herausragenden Ivana Lotito in der Hauptrolle. Der Titel entstammt einem Lied des populären neapolitanischen Sängers und Komponisten Sergio Bruni.

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Der Film basiert auf der wahren Geschichte einer Freundin von mir. Das war der Ausgangspunkt, doch die Frage ist: soll man über konkrete Menschen oder über „soziale Probleme“ reden? Auch wenn die Figur von Carmela von einer echten Person inspiriert ist, habe ich zugleich an große Vorbilder der Filmgeschichte gedacht wie Rosetta der Brüder Dardenne, Mouchette von Bresson, Vivre sa vie von Godard, Gloria von Cassavetes oder Mamma Roma von Pasolini. Alles Filme über alleinstehende Frauen, die oft gezwungen sind, schwierige, manchmal grausame Entscheidungen zu treffen. Frauen, die kämpfen und dabei einen großen Wunsch oder Traum in sich tragen, der darauf wartet verwirklicht zu werden.
Marcello Sannino

Der Vesuv wird nur einmal gezeigt, von der Seite, er sieht nicht so aus wie der Vesuv der Postkarten. Der Film von Marcello Sannino bietet ganz ungewöhnliche Perspektiven. Dank seiner Erfahrung als Dokumentarfilmer bewegt Sannino sich völlig natürlich zwischen zwischen Portici und Neapel und zeigt diese Gegend in ihrer ergreifenden aber ungastlichen Schönheit. Ein schwieriges Terrain, wo Carmela erfährt, wie hart das Leben oder besser das Überleben in einem prekären Alltag sein kann. Das Leben der jungen Mutter basiert auf der Kunst sich durchzuschlagen. Wie eine Metapher für die Stadt zeigt aber die Geschichte von Carmela und ihrer Tochter Maria, dass ein Sich-Durchwurschteln nicht mehr genügt, um sich über Wasser zu halten, weder für sie noch für den Rest der Stadt, deren Wirtschaft auf zwielichtigen Anwälten, Intrigen und Kleinkriminalität basiert. Die Gomorra kommt im Film nicht vor, dagegen sieht man jenen alltäglichen Teil von Neapel, der zwischen Legalität und Kriminalität schwankt, Regeln, die zu umgehen sind und Betrug, den man organisieren muss. Carmela und ihre Tochter brauchen, genau wie Neapel, eine Vision. Die kleine Maria scheint sich dessen am Ende des Films bewusst zu sein.
Mirella Armiero, Corriere Del Mezzogiorno

Carmela ist Neapel-Portici, die Stadt spiegelt sich in ihrem leuchtenden Gesicht, ihren blitzenden Augen wider, in ihrer Schönheit in den Straßen und an der Strandpromenade, endlich Schauplatz einer Geschichte außerhalb des üblichen Schemas. Ivana Lotito in der Hauptrolle läuft durch die Stadt, sie misst sie aus und erobert sie, ihre Carmela bestimmt den Rhythmus des Films.
Mariuccua Ciotta, FilmTv

Marcello Sannino (1971, Neapel). Anfangs Buchhändler, wendet er sich bald dem Kino zu und debütiert mit dem Dokumentarfilm Decroux e il mimo corporeo. Für den Film Corde (2009) über das Leben des Boxers Ciro Pariso wird er beim Torino Film Festival ausgezeichnet. 2010 leistet er einen Beitrag zu dem Kollektivfilm Napoli 24. Es folgen die Dokumentation La seconda natura und mehrere Kurzfilme. Sein erster Spielfilm Rosa pietra stella wird zum Festival von Rotterdam eingeladen.

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