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L’equilibrio

Im Gleichgewicht

Regie: Vincenzo Marra
Drehbuch: Vincenzo Marra
Kamera: Gianluca Laudadio
Schnitt: Luca Benedetti, Arianna Zanini
Ausstattung: Flaviano Barbarisi
Musik: Carlo Crivelli
Produktion: Luigi Musini, Olivia Musini, Cesare Apolito, Renato Ragosta für Cinemaundici, Lama Film, Rai Cinema, Ela Film
Darsteller: Mimmo Borrelli (Don Giuseppe), Roberto Del Gaudio (Don Antonio), Giuseppe D’Ambrosio (Saverio), Autilia Ranieri (Antonietta), Lucio Giannetti (Gaetano), Francesca Zazzera, Astrid Meloni

Italien 2017
90 Minuten, OmU

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Giuseppe, ein Priester aus der Region Kampanien, arbeitet in einer Gemeinde in Rom. Nach einer Glaubenskrise bittet er den zuständigen Bischof um Versetzung in eine Gemeinde seiner Heimat. Dort soll er den Pfarrer Don Antonio ersetzen, einen charismatischen und wortgewandten Mann, der von allen geschätzt und geachtet wird. Bevor er geht, führt Don Antonio Giuseppe in die harte Realität des Stadtviertels ein. Als Giuseppe dann auf sich allein gestellt ist, versucht er der Gemeinde auf jede Art zu helfen, stößt aber zunehmend auf den Widerstand der organisierten Kriminalität, die den Ort beherrscht. Dennoch beschließt er, seinen Weg ohne Angst und mit Mut und Hartnäckigkeit weiterzugehen.

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Die Absicht des Films ist es, die Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, zwei Priestern, die ihre Mission auf völlig entgegengesetzte Weise leben, zu zeigen. Er erzählt vom Dilemma, das Richtige zu tun, in einer Welt, die von Gott und den Menschen verlassen zu sein scheint. Auf der einen Seite steht Antonio, der versucht Gutes zu tun und diejenigen zu schützen, die in dieser Welt leben, aber er ist gezwungen Kompromisse mit seinem Gewissen und der Realität zu schließen. Auf der anderen Seite steht Giuseppe, der auf Grund seiner Bildung, seines Charakters und seines Gewissens, nicht in der Lage ist, die Augen zu verschließen. Giuseppe ist ein furchtloser Mann, das Licht ist sein Glaube. Er ist zwar, wie alle, Zweifeln und Versuchungen ausgesetzt, dennoch lässt er sich durch nichts und niemanden verunsichern. Don Giuseppe möchte weder ein Märtyrer sein noch Jesus nachzuahmen, er versucht lediglich sein Leben weiterzuleben. Um ein Kind zu retten ist er dabei bereit, alle Konsequenzen ohne Angst auf sich zu nehmen. Der Film bietet weder Lösungen noch Sicherheit, er hat nicht die Wahrheit inne, sondern ist offen für Zweifel und Diskussion.
Vincenzo Marra

Die Erzählweise des neapolitanischen Regisseurs ist nüchtern, sachlich und immer wieder messerscharf. Der Film wurde ohne festes Drehbuch und dank ausführlicher Proben in langen Plansequenzen gedreht. Den Dreharbeiten ging ein Projekt des Regisseurs voraus, bei dem er über ein Jahr recherchierte, und Pfarrer aus der Gegend interviewte und begleitete. Ein Gefühl zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Handlung: die Angst. Angst vor der Zukunft, Angst, die anderen zu enttäuschen oder enttäuscht zu werden, die Angst vor der Einsamkeit oder vor dem Urteil der Konformisten, die Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Angst vor Gewalt. Das ist ein großer Wert dieses Films von Marra, der schlicht, unverblümt und nie ideologisch ist.
Fulvio Fulvi, Avvenire

Wenn man den Film L’equilibrio von Vincenzo Marra anschaut und dabei den schmerzvollen Weg von Don Giuseppe verfolgt, wird klar, dass an manchen Orten nichts einfach ist, nicht einmal das Licht Gottes. Don Giuseppe, der von Anfang bis Ende in langen Sequenzen gezeigt wird, ist eine dramatische Figur, die, wie der ganze Film von Marra, einen tiefen Eindruck hinterlässt.
Fulvia Caprara, La Stampa

Vincenzo Marra (1972, Neapel). Seine Kinolaufbahn beginnt 1996, als er seine Tätigkeit als Sportfotograf aufgibt. Sein erster Spielfilm, Tornando a casa, kommt 2001 heraus. Nach den Dokumentarfilmen Estranei alla massa und Paesaggio a sud, führt er 2004 Regie im Film Vento di terra und 2007 in L’ora di punta. Gleichzeitig führt er seine Tätigkeit als Dokumentarfilmer fort, mit 58%, L’udienza è aperta, Il grande progetto und L’amministratore. Aus dem Jahr 2012 stammt der Film Il gemello, es folgen La prima luce (2015) und L’equilibrio (2017).

Unsere Filme in Düsseldorf:

AMMORE E MALAVITA - LOVE & CRIME

COME UN GATTO IN TANGENZIALE - WIE EINE KATZE AUF DER AUTOBAHN

FORTUNATA - FORTUNATA

L’EQUILIBRIO - IM GLEICHGEWICHT

TARANTA ON THE ROAD - TARANTA ON THE ROAD

TUTTO QUELLO CHE VUOI - ALLES WAS DU WILLST