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Ovunque proteggimi

Schütze mich auf allen Wegen

Regie: Bonifacio Angius
Drehbuch: Bonifacio Angius, Fabio Bonfanti, Gianni Tetti
Kamera: Pau Castejon Ubèda
Schnitt: Bonifacio Angius
Ausstattung: Luca Noce
Musik: Carlo Doneddu
Produktion: Andrea Paris, Matteo Rovere für Ascent Film
Darsteller: Alessandro Gazale (Alessandro), Francesca Niedda (Francesca), Antonio Angius (Antonio), Teresa Soro (Alessandros Mutter), Gavino Ruda, Mario Olivieri, Anna Ferruzzo

Italien 2018
94 Minuten, OmU

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Alessandro ist fünfzig, verdingt sich mehr schlecht als recht als Sänger, wohnt noch bei seiner Mutter in seiner Heimatstadt Sassari auf Sardinien und verbringt die meiste Zeit in seiner Lieblingsbar. Nach einer Krise landet er in einer Klinik, wo er die junge und fragile Patientin Francesca kennenlernt, die um das Sorgerecht für ihren 5jährigen Sohn Antonio kämpft. Plötzlich sieht Alessandro wieder eine Aufgabe vor sich. Er nimmt mit Francesca Reißaus aus der Klinik und entführt mit ihrer Hilfe den kleinen Antonio aus einem Kinderheim in Cagliari. Nun ist das Trio im Auto auf der Flucht…
Zwei Menschen kämpfen um einen radikalen Neuanfang im Leben. Ein ungewöhnliches Roadmovie quer durch Sardinien, das in Italien viel beachtet wurde. Beim Filmfestival von Bari gewann Alessandro Gazale den Preis als bester Darsteller.

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Die Menschen, von denen ich in Ovunque proteggimi erzähle, Francesca und Alessandro, gehören zu mir. Alessandro besitzt eine Leidenschaft, die ihn langsam aber sicher verlässt, und die er trotz seiner äußeren Lebendigkeit nicht wieder entfachen kann. Francesca glaubt, dass sie sich nur retten kann, indem sie vor einem Leben in Trümmern davonläuft, ihres Kindes beraubt, das sie mehr als alles liebt, und betrogen von einer scheinheiligen, zynischen Moralgesellschaft, die immer bereit ist zu verurteilen. Alles entsteht aus Situationen und Gefühlen, die ich in erster Person erlebt habe. Und wenn die Figuren als Außenseiter abgestempelt werden, dann möchte ich hiermit mit Seelenruhe verkünden, dass auch ich ein Außenseiter bin.
BONIFACIO ANGIUS

Alessandro ist ein sardischer Folk Sänger. Ein Hemd und eine Gitarre, mehr braucht er nicht. Was bleibt, sind durchgesoffene Nächte, in denen der Fünfzigjährige seine Existenz ertränkt. Das Meer ist da, schenkt aber keinen Trost: man sieht es lediglich als Glanz in der Ferne. Ovunque proteggimi ist der zweite Film von Bonifacio Angius: in der heißen und unbarmherzigen Landschaft von Sardinien im August folgt der sardische Regisseur seinem Protagonisten auf einem kurzen Lebensabschnitt seiner Außenseiterexistenz, die er selbst gewählt hat. Alessandro gibt an einem bestimmten Punkt sogar seinen Beruf als Sänger auf und sucht seinen Platz im Leben. Vielleicht ist dieser Platz an der Seite von Francesca, einer abgebrannten Mutter, der der Sohn weggenommen wurde und die mindestens genauso verrückt ist wie Alessandro. Im Endeffekt fühlen sie sich zu zweit nicht mehr ganz so einsam. Eine Reise on the road, auf der Flucht vor allem und allen. Als Alessandro jedoch auf einem Dorffest das Mikrofon ergreift und anfängt zu singen, beginnt er seinen Platz auf der Welt und gleichzeitig seine Identität zurückzuerobern. In der Melodie des Akkordeons und den Klängen einer uralten Sprache findet sich der kulturelle und gesellschaftliche Herzschlag derer, die immer noch an der Vergangenheit hängen, ohne sich Fragen über ihre Zukunft zu stellen.
LINDA MAGNONI, CINEFORUM

Bonifacio Angius (*Sassari, 1982). Nach einem Psychologiestudium an der Universität von Florenz nähert er sich dem Kino und besucht die New York Film Academy. Zwischen 2003 und 2011 realisiert er verschiedene Kurzfilme, die auf internationalen Festivals Preise gewinnen. 2014 dreht er seinen ersten Langfilm, Perfidia, der zum Festival von Locarno eingeladen wird. Ovunque proteggimi ist sein zweiter Spielfilm.

Unsere Filme in Leipzig:

UN GIORNO ALL'IMPROVVISO - AUS HEITEREM HIMMEL

MA COSA CI DICE IL CERVELLO - SIND DENN ALLE DURCHGEDREHT?

OVUNQUE PROTEGGIMI - SCHÜTZE MICH AUF ALLEN WEGEN

UNA QUESTIONE PRIVATA - EINE PRIVATE ANGELEGENHEIT

UNA STORIA SENZA NOME - EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN

TROPPA GRAZIA - ZU VIELE WUNDER