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Taranta on the Road

Taranta on the Road

Regie: Salvatore Allocca
Drehbuch: Emiliano Corapi, Salvatore Allocca, Amara Lakhous, Luca De Benedittis
Kamera: Federico Annicchiarico
Schnitt: Gemma Barbieri
Ausstattung: Michele Modafferi
Musik: Stefano Lentini
Produktion: Salvatore Allocca, Daniele Esposito, Giacobbe Gamberini, Andrea Petrozzi für Vega’s Project, Marvin Film, Emma Film
Darsteller: Nabiha Akkari (Amira), Helmi Drid (Tarek), Alesiso Vassallo (Luca), Giandomenico Cupaiuolo (Giovanni), Emmanuele Aita (Matteo), Bianca Nappi, Annarita Del Piano

Italien 2017
80 Minuten, OmU

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Kurz nach dem arabischen Frühling 2011 erreichen Amira und Tarek, zwei tunesische Migranten, die eigentlich nichts gemeinsam haben, die italienische Küste in Apulien. Durch Zufall treffen sie dort auf eine lokale Musikband namens „Die Evangelisten“, die für kleine Gagen von einem Volksfest zum nächsten zieht. Die drei Bandmitglieder halten die beiden Tunesier für ein Paar, das ein Kind erwartet, und entscheiden sich, ihnen zu helfen, Frankreich zu erreichen. Obwohl sie selber genug eigene Probleme haben. Die Reise, die Angst, die Liebe, die unsichere Zukunft und der Wunsch, den eigenen Weg zu finden, verbinden alle in einer Erfahrung, die ihre Leben womöglich für immer verändern wird.

Cinema!Italia! Cinema!Italia!

Es ging mir um den Konflikt zwischen Ambitionen und Träumen einerseits und dem tatsächlichen Leben andererseits. Dieser Konflikt lässt uns manchmal vergessen, wie wichtig es ist, den Augenblick zu leben, immer und auf alle Fälle. Das geschieht auch den Protagonisten des Films: auf der einen Seite die Tunesier Amira und Tarek, die ein neues Ziel in Frankreich suchen, und Giovanni, Luca und Matteo andererseits, drei Italiener Anfang vierzig, auf der Suche nach einem Erfolg als Musiker, der nie eingetroffen ist. Alle haben sie vergessen zu leben. Taranta on the road ist mehr als ein Film über Migration, er hat Elemente von Gesellschaftskritik, Road Movie, Musikfilm und romantischer Komödie. Der Film bietet weder einfache Lösungen noch präsentiert er Wundermittel gegen die Existenzkrise und die Werte unserer Zeit, sondern er versucht zu zeigen, dass sich das Leben nur dann lohnt, wenn man es mit Mut und vollem Einsatz lebt.
Salvatore Allocca

Ein äußerst interessanter Film, der erzählt, wieviel Misstrauen es unter „uns“ (die Band ist voller latenter Spannungen und Fliehkräfte) und unter „ihnen“ (die Tunesier tun so als ob sie ein Paar sind, obwohl sie sich nicht besonders leiden können) geben kann. Trotzdem ist der Film eine ehrliche Hommage an die Solidarität von uns Italienern (besonders im Salento, dem Stiefelabsatz, eine Gegend, die seit jeher offen ist für  multikulturelle Begegnung), sowie ein Hoch auf die Musik, die leichter als tausend Worte in die Seele eindringt. In der vielleicht schönsten Szene befreit sich die Tunesierin Amira von ihrer Vergangenheit, indem sie den traditionellen Tanz „Pizzicata“ tanzt, so wie früher die Frauen im Salento, die mit dem Tanz „ihren Schmerz aus dem Inneren hervorholten“. Das ist Kino von großer Menschlichkeit, Intelligenz und Kultur.
Francesco Alò, Il Messaggero

Der Film beginnt als Roadmovie, wie auch der Titel verspricht, wendet sich aber dann im Lauf der Handlung zur romantischen Komödie; während der traditionelle Tanz der „Pizzicata“, mit seiner enthemmenden Wirkung, in allen Protagonisten verborgene Wünsche und Gefühle freisetzt. Salvatore Alocca hat einen sympathischen Film gedreht, der auch ernste Themen behandelt, ohne dabei je zynisch oder oberflächig zu werden. Auch das zu erwartende Happy End erhält am Ende einen leicht bitteren Beigeschmack.
Roberto Nepoti, la Repubblica

Salvatore Allocca (1983, Rom). Nach einem Studium der Literaturwissenschaft gründet er 2006 die Produktionsfirma Vega’s Project und gibt sein Regiedebüt mit dem Kurzfilm Crackers. Es folgen mehrere Dokumentationen und 2011 sein erster Spielfilm, die Komödie Come trovare nel modo giusto l’uomo sbagliato. Taranta on the road ist sein zweiter Kinofilm. 

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