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A LUCI SPENTE - Licht aus!

Rom, während der deutschen Besatzung von September 1943 bis Juni 1944. In Wahrheit dient die Arbeit Regisseur und Darstellern vor allem als Alibi: Sie schützen sich vor einem Umzugsbefehl der Faschisten nach Venedig. Die Dreharbeiten ziehen sich immer weiter in die Länge, die Crew wächst von Tag zu Tag um weitere auf der Flucht befindliche "Schauspieler" an, gleichzeitig wird die Lage immer bedrohlicher. Neben der erfolgreichen Diva Elena ist der Regisseur immer mehr beeindruckt von den Gesichtern und Gesten der Komparsen und entdeckt eine neue Art des Filmemachens.

Regie: Maurizio Ponzi
Drehbuch: Maurizio Ponzi, Piero Spila, Stefano Tummolini
Kamera: Luigi Verga
Produktion: Giuseppe Di Palma für Cinemart
Darsteller: Giuliana De Sio (Elena Monti), Giulio Scarpati (Giovanni Forti), Filippo Nigro (Andrea Gautieri), Andrea Di Stefano (Primo Ratelli), Damiano Andriano (Silvio), Francesca Perini (Gabriella)

Italien 2005
118 Minuten, OmdtU

Ich habe mich von einem Ereignis in der Karriere des Regisseurs Vittorio De Sica inspirieren lassen, allerdings ohne den Anspruch, historische Fakten zu rekonstruieren. Ich nehme es als Anstoß, mich einerseits mit dem Übergang vom regimetreuen Film zum Neorealismus zu befassen, andererseits aber von Gefühlen und von Wandlungsprozessen zu erzählen. Indem sich das Kino ändert, ändern sich auch die Menschen. Die Dramatik der Situation zwingt alle Betroffenen zu einem Reifeprozeß und dazu, Verantwortung zu übernehmen.
Maurizio Ponzi

1943 müssen sich viele römische Regisseure entscheiden, ob sie bereit sind, von Cinecittà (Rom) nach Cinevillaggio (Venedig) umzuziehen, um ihre Arbeit in Norditalien fortsetzen zu können. Die Geschichte von A LUCI SPENTE erinnert stark an die von Vittorio De Sica, der mit Unterstützung des Vatikans den Film La porta del cielo realisieren konnte und dessen Truppe Tag für Tag um weitere Mitglieder anwuchs, um sich auf diese Weise unauffällig dem Befehl des Regimes zu entziehen. Heraufbeschworen wird ein heldenhaftes und umstrittenes Kapitel des italienischen Films, in dem Heldentum und Opportunismus häufig nicht leicht auseinanderzuhalten sind; Zivilcourage und der Mut des Einzelnen berühren und beeinflussen dabei den künstlerischen Schaffensprozeß. A LUCI SPENTE ist ein gutes Beispiel für einen Film über das Filmemachen mit einem hochqualifizierten und eingespielten Cast, der gleichzeitig am Beispiel des Film-Milieus Zeugnis ablegen möchte über unsere nicht immer glanzvolle antifaschistische Vergangenheit.
Anton Giulio Mancino, la Gazzetta del Mezzogiorno