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LA SECONDA NOTTE DI NOZZE - Die zweite Hochzeitsnacht Italien, Ende des Zweiten Weltkriegs. Große Not zwingt die Witwe Lilliana, zusammen mit ihrem etwas nichtsnutzigen Sohn Nino die geliebte Stadt Bologna zu verlassen. Die beiden ziehen zu Lilianas Schwager Giordano, der in Apulien einen Bauernhof betreibt und der in seiner Jugend unsterblich in sie verliebt war. Die Ankunft von Liliana und Nino stellt das Leben des sensiblen Giordano, der in der Gegend Bomben entschärft, Zuckermandeln herstellt und Schönschrift schreibt, auf den Kopf. Zudem erwachen in Giordanos alten Tanten die Erinnerungen an vergangene Zwistigkeiten: Suntina und Eugenia hegen immer noch einen starken Groll gegen Lillianas Familie... Regie: Pupi Avati Drehbuch: Pupi Avati Kamera: Pasquale Rachini Schnitt: Amedeo Salfa Produktion: Antonio Avati für Duea Film Darsteller: Antonio Albanese (Giordano), Neri Marcoré (Nino), Katia Ricciarelli (Lilliana), Angela Luce, Marisa Merlini, Robert Madison, Tony Santagata Italien 2005 103 Minuten, OmdtU In meinen Filmen finden sich stets autobiographische Momente, so auch in LA SECONDA NOTTE DI NOZZE: Das seltsame Paar Lilliana und Nino in diesem ein wenig frivolen Film ist mit Jugenderinnerungen verknüpft. Meine Mutter ist früh Witwe geworden. Sie war eine gutaussehende Frau, und ihre Freundinnen ermunterten sie, sich mit Männern zu treffen. Ab und zu nahm meine Mutter mich mit. In die Riege dieser Männer reiht sich Giordano ein, der absolute Reinheit und Güte verkörpert. Nachdem er gesehen hat, wie ein kleines Mädchen durch eine Minenexplosion zu Tode gekommen ist, meldet er sich freiwillig, um die Minen auf den Feldern in die Luft zu sprengen. Alle halten ihn für den Dorfnarren, aber im Verlaufe des Films entdecken wir seine Weisheit. Pupi Avati Zwischen Apulien und der Emilia, mitten in der Nachkriegszeit und mit einer außergewöhnlichen menschlichen Komödie um Zuneigungen, Erpressungen und Gewissensbisse findet Pupi Avati wieder zu seiner besten Form, zur perfekten Kino-Handwerkskunst. Spürbar ist die Freude am Erzählen, mit der er, nicht ohne bissige Ironie, den privaten und kollektiven Steckbrief, das Werden einer Epoche skizziert. Große Gefühle, die immer den kleinen Problemen und dem Alltag gegenübergestellt werden, niemals ein Moment des Innehaltens in der perfekten Inszenierung und ein Hauch von Poesie, die zu keinem Zeitpunkt in die Rhetorik abgleitet. Maurizio Porro, Corriere della Sera |