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IL VENTO FA IL SUO GIRO

DER WIND HAT SICH GEDREHT

Chersogno, ein halbverlassenes Dorf in den italienisch-okzitanischen Alpen. Das Leben hier ist ursprünglich, die überwiegend älteren Einwohner sprechen noch die aussterbende Sprache der Langue d’Oc und halten sich mit Sommer-Tourismus über Wasser. Hierhin zieht es den französischen Schäfer Philippe mit seiner Familie und seinen Schafen. Der ehemalige Lehrer ist auf der Suche nach einem neuen Leben, einem Leben im Einklang mit der Natur. Anfangs werden Philippe und seine Familie begeistert begrüsst, doch bald schlägt die Stimmung in dem kleinen Dorf in Neid, Misstrauen und Intoleranz um. Das Zusammenleben der „Neuen“ und der „Alten“ wird immer schwieriger.

Regie: Giorgio Diritti
Drehbuch: Giorgio Diritti, Fredo Valla
Kamera: Roberto Cimatti
Schnitt: Edu Crespo, Giorgio Diritti
Musik: Marco Biscarini, Daniele Furlati
Produktion: Simone Bachini, Mario Chemello, Giorgio Diritti für Arancia Film
Darsteller: Thierry Toscan (Philippe Heraud), Alessandra Agosti (Chris Heraud), Dario Anghilante (Costanzo, der Bürgermeister), Giovanni Foresti (Fausto), Emma Giusiano, Sergio Piasco

Italien 2007
110 Minuten, OmdtU

Il vento fa il suo giro wurde zu einem einzigartigen Phänomen im italienischen Kino: Fast ohne Geld und überwiegend mit Laiendarstellern in den okzitanischen Bergen gedreht, mit bewegenden Szenen und großartigen Natureindrücken, fand der Film zunächst keinen Verleih. Erst nach begeisterten Festivalkritiken fand sich der Besitzer des unabhängigen “Cinema Mexico” in Mailand bereit, den Film zu zeigen. Langsam, fast nur durch Mundpropaganda, wurde das Mailänder Publikum aufmerksam. Mittlerweile steht Il vento fa il suo giro seit zwölf Monaten ununterbrochen auf dem Programm des “Cinema Mexiko” und wurde dort von mehr als 45000 Zuschauern gesehen. Und die Erfolgsgeschichte setzt sich auch in anderen Städten fort…

Die Idee zum Film ist dank eines Freundes entstanden, der als Journalist und Filmemacher in einem okzitanischen Tal lebt und mir den Vorschlag gemacht hat, einen Film zu realisieren, der auf seinen Erfahrungen dort basiert. Ich fand das Projekt sofort sehr interessant, denn es entsprach meinem Wunsch über das „Anderssein“ zu erzählen, über die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Kulturen und Identitäten auf eine ganz „andere“ Weise im Film zu reflektieren.
Giorgio Diritti

Das Besondere an diesem Film ist, dass er sein Thema nie auf eine simple Art und Weise behandelt. Es geht nicht um allzu einfache Schlagworte wie „Zurück zur Natur“. Der Regisseur setzt die Beziehung zwischen dem französischen Schafzüchter und den Dorfbewohnern hintergründiger in Szene, denn beide Seiten verweigern sich den Lebensmodellen unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft. Aber die Dörfler bleiben in der Verteidigung ihrer Werte verschlossen und konservativ, während der Schäfer Philippe mühsam versucht, sie in seinem Lebenskonzept aufrichtig umzusetzen.
Paolo D’Agostini, la Repubblica

Der Debütfilm von Giorgio Diritti, wunderbar fotografiert und besetzt mit überzeugenden Laiendarstellern neben den professionellen Schauspielern Alessandra Agosti und Thierry Toscan, berührt und verzaubert. Il vento fa il suo giro musste erst auf vielen internationalen Festivals anlaufen und durch die Welt reisen, um dann viel später in einem kleinen italienischen Kino zu landen. Aber er hat sich durchgesetzt, dank der wichtigsten Form der Kritik und Demokratie: der Mund-zu-Mund-Propaganda der begeisterten Zuschauer.
Dario Zonta, l’Unità

Giorgio Diritti hat mit verschiedenen italienischen Filmemachern, u.a. mit Pupi Avati, zusammengearbeitet. Er hat auch an der von Ermanno Olmi geleiteten Filmschule „Ipotesi Cinema“ mitgewirkt. Sein Kurzfilm Cappello da marinaio (1990) ist auf mehreren internationalen Filmfestivals gezeigt worden. Il vento fa il suo giro ist sein erster Kinofilm.

Filmographie: Il vento fa il suo giro (2005).