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VALZERWALZEREin elegantes Luxushotel in Turin: In den oberen Stockwerken konferieren hektisch hochrangige Fußball-Manager, die nur ihre Millionen-Geschäfte im Sinn haben. Die Aufdeckung eines Skandals soll verhindert werden, der sie alle zu ruinieren droht. Unten im Hotel trifft die junge Bedienung Assunta einen Mann, der aus Argentinien gekommen ist, um seine Tochter Lucia zu suchen. Der Klang eines Walzers bringt die zwei unterschiedlichen Geschichten zusammen. Ein Film von großer formaler Meisterschaft, ausgezeichnet bei den Filmfestivals von Venedig und Tokio. Regie: Salvatore Maira Italien 2007 Valzer ist kein Film gegen Fußball, sondern gegen die schlimmste Form der Unterdrückung, die der Mensch je erfunden hat, die subtile, quasi unsichtbare Unterdrückung der Kreativität und der Ausdrucksfreiheit durch die Medien. Ich habe den Film fast musikalisch und mit einem ununterbrochen Erzählfluss konzipiert, so dass die Protagonisten gezwungen waren, dem Rhythmus der Kamera zu folgen. So waren sie frei, ihre Bewegungen mit dem Hintergrund zu verbinden, was generell nicht möglich ist, wenn der Film geschnitten wird. Dank der virtuosen Kamera von Maurizio Calvesi und der Hingabe des gesamten Teams ist es Salvatore Maira gelungen, eine komplexe Geschichte in einem einzigen Atemzug zu erzählen, d.h. ohne Schnitte. Man hätte befürchten können, dass diese stilistische Herausforderung die Emotionen der Geschichte „abkühlt“, aber das ist durchaus nicht der Fall, denn Valzer entwickelt sich zu einer fesselnden musikalischen Erzählform. Herausragend Valeria Solarino und Maurizio Micheli in den Hauptrollen, die ihren Figuren eine faszinierende Intensität verleihen. Eines muss man von vornherein sagen: Salvatore Mairas Film darf nicht nur als virtuose Fingerübung betrachtet werden, denn gerade die Inszenierung ohne Schnitt, könnte alle anderen Eigenschaften des Films in den Hintergrund drängen. Mit einer Kamera, die sich permanent bewegt und einem kühlen Licht, das eine klaustrophobische Stimmung schafft, erzählt Valzer, der fast ausschließlich in einem Luxushotel spielt, eine Doppelgeschichte: einerseits ein gesellschaftskritischer Film, der die beunruhigende Realität der Gegenwart untersucht und zeigt, wie sich in unserem nationalen Sport ein Land reflektiert, in dem die Moral nicht mehr zählt. Andererseits ist Valzer eine intime Geschichte, die von der Einsamkeit in der Welt der Erniedrigten und Verlierer erzählt, die nur eine unsichere Zukunft zu erwarten haben. Überraschend ist, dass diese zwei Aspekte, die sehr disparat erscheinen könnten, auf der Leinwand eindrucksvoll miteinander verschmelzen. Salvatore Maira wurde 1947 in San Cataldo (Sizilien) geboren. Er lehrt Filmtheorie an der Universität in Rom, hat zahlreiche Essays zu Film und Literatur veröffentlicht und für das Fernsehen gearbeitet. Filmographie: Riflessi in un cielo oscuro (1991), Donne in un giorno di festa (1993), Amor nello specchio (1997), Valzer (2007). |