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LASCIA PERDERE, JOHNNY!VERGISS ES, JOHNNY!Caserta in den 1970er Jahren. Um nicht zum Militär zu müssen, braucht der 18jährige Faustino unbedingt einen Job. Der verträumte junge Mann würde gern Profi-Musiker werden, aber vorerst darf er nur im Orchester des großspurigen Schulhausmeisters Maestro Falasco Gitarre spielen, der ihm den Künstlernamen „Johnny“ verpasst. Immerhin reicht es für ein paar Auftritte in benachbarten Kleinstädten . Mehr noch: der etwas undurchsichtige Impresario Raffaele bietet ihm nach dem letzten Konzert einen richtigen Vertrag an. Faustino kann sein Glück kaum fassen, doch er hat keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hat… Regie: Fabrizio Bentivoglio Italien 2007 Es ging mir darum, viel mehr als eine Epoche zu rekonstruieren, sie eigenwillig zu evozieren, auch manchmal mit gewollten Erinnerungslücken… und auch die Musik ist eine Herausforderung gewesen, denn ich wollte mich nicht einfach an die Musik der Zeit anlehnen, sondern sie neu erschaffen: die kreative Kraft, die der verträumte Faustino zum Ausdruck bringt, hat tatsächlich ihre Wurzeln nicht in der Vergangenheit, sondern in der heutigen Zeit. In seinem Debüt als Regisseur beweist der bisher als Schauspieler hervorgetretene Fabrizio Bentivoglio Eigenschaften, die im italienischen Kino heute sehr rar sind: er kann eine vergangene Atmosphäre zwischen Zynismus und Melancholie heraufbeschwören, vermischt vergnügt satirische Töne mit nostalgischen Akzenten. Es gibt auch schöne Hommagen an große Vorbilder, wie in dem verführerischen Finale im Nebel oder in dem pittoresken, plötzlichen Gewitter, die zweifellos auf Fellini verweisen. Der Regisseur geht in den italienischen Süden der 1970er Jahre zurück und erzählt offensichtlich auch ein wenig von seiner eigenen Geschichte, setzt meisterhaft die Welt der Provinzvarietés in Szene, in der jede Figur, auch jeder einzelne Nebendarsteller, wichtig ist. Fabrizio Bentivoglio kennt sich aus in dem Milieu, von dem er erzählt, und kann auch seine Kollegen überzeugend führen, jeder ist perfekt in seiner Rolle, von Valeria Golino bis zu den unübertrefflichen Brüdern Beppe und Toni Servillo. Fabrizio Bentivoglio wurde 1957 in Mailand geboren. Nach einer gescheiterten Karriere als Fußballer besuchte er die Schauspielschule am Piccolo Teatro in Mailand. Seinen Durchbruch als Schauspieler erzielt er mit dem Film Marrakesch Express von Gabriele Salvatores. 1999 realisiert er den Kurzfilm Tipota und beginnt mit der Musikgruppe Avion Travel zusammen zu arbeiten. Lascia perdere, Johnny! ist seine erste Arbeit als Regisseur. Als Schauspieler kann man ihn bei der diesjährigen Cinema Italia-Tournee in La giusta distanza erleben. Filmographie als Schauspieler: Masoch (1980), Il bandito dagli occhi azzurri (1980), La festa perduta (1981), Morte in Vaticano (1982), La donna delle meraviglie (1985), Regina (1987), Marrakesch Express (1988), Rebus (1988), Italia-Germania 4 a 3 (1990), Puerto Escondido (1992), Come due coccodrilli (1994), La scuola (1995), Pianese Nunzio - 14 anni a maggio (1996), Testimone a rischio (1997), The Real Thing (1997), La parola amore esiste (1998), La lingua del santo (1999), La balia (1999), Denti (2000), Hotel (2001), A cavallo della tigre (2002), Ricordati di me (2003), L'amore ritorna (2004), La terra (2006), La giusta distanza (2007). |