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N (IO E NAPOLEONE)N (Ich und Napoleon)Elba, 1814: Napoleon landet auf der Insel, die der Ort seines Exils werden soll. Die Einheimischen heben ihn sprichwörtlich in den Himmel und behandeln ihn wie einen Gott. Der Kaiser stellt als Sekretär den jungen Lehrers Martino Papucci ein, der Schriftsteller werden will. Aber Napoleon weiß nicht, daß Martino ein Jakobiner ist, der ihn lieber tot sehen möchte; außerdem ist er der Geliebte der Baronin Emilia Speziani... Regie: Paolo Virzí Italien/Frankreich 2006 Trailer auf mymovies.it anschauen N (IO E NAPOLEONE) kommt zwar als Komödie daher, ist aber gleichzeitig das Porträt eines Generationen- und Epochenkonflikts. Der Film setzt sich mit dem Wechselspiel zwischen politisch motiviertem Haß und menschlicher Natur auseinander. Martino? In seinem jugendlichen Eifer ähnelt er dem Zwanzigjährigen, der ich einmal war. Anders als im Roman habe ich ihm den Nachnamen eines Schulfreundes gegeben, der absolute Wahrheiten verkündete und ganz in der Studentenbewegung aufging. Als Martino den Kaiser trifft, stellt er schließlich fest, daß dieser ein weinerlicher, zerbrechlicher, nerviger und ganz von sich selbst eingenommener kleiner Mann ist. Läßt sich Martino von der Macht verführen? Diese Frage habe ich mir gestellt. Und ich habe mich gefragt: Läßt sich Martino tatsächlich von der Macht verführen, oder sind es vielmehr seine Ideen, die vernebelt werden? Die Antwort bleibt dem Publikum überlassen. Der Film ist frei nach dem sehr erfolgreichen und historisch tadelosen Roman Ernesto Ferreros, in dem es um die 300 Tage geht, die der besiegte Napoleon zwischen 1814 und 1815 quasi als Gefangener, aber trotzdem königlich auf Elba verbrachte, bevor er flüchtete und bei dem Versuch scheiterte, Frankreichs Thron zurückzuerobern. N ist ein gut gemachter Film, unterhaltsam und freundlich, mit sehr lebendigen Schauspielern, denen man gerne zusieht und von denen besonders Elio Germano zu erwähnen ist, gerade einmal Anfang Zwanzig, in der Rolle des Martino, ein rebellischer Tagedieb, der vom Tyrannenmord träumt. N (IO E NAPOLEONE) ist − ungeachtet des Risikos, den ein Historienfilm immer mit sich bringt − ein sehr gut gemachter Film, einer der besten von Paolo Virzí, der in dieser Komödie seinen Idealen treu bleibt. Wir finden darin Humor, den zwischen Worten und der Realität gähnenden Abgrund, den Widerspruch, der in uns allen steckt, wir entdecken Opportunismus, kein simples Gut-Böse-Schema, den feinen Sinn für das Lächerliche, eine wohlwollende Nachsicht sowie ein aufmerksames Beobachten der Veränderungen, die jeder im Laufe der Zeit durchmacht. Der Kämpfer für die Freiheit (Elio Germano, gutaussehend und talentiert) nennt ihn Verräter, Tyrann, Mörder, Bestie, Henker, aber Daniel Auteuil als Napoleon ist nun wirklich zu genial, um sich einfach ausschalten zu lassen, und am Ende der Komödie macht jeder etwas anderes als das, wovon er ursprünglich träumte – und doch leben alle glücklich und zufrieden. Paolo Virzì wurde 1964 in Livorno geboren, studierte Regie am Centro Sperimentale di Cinematografia (Rom) und arbeitete als Drehbuchautor mit Giuliano Montaldo und Gabriele Salvatores zusammen. Spielfilme la bella vita (1994), ferie d’agosto (1996), ovosodo (1997), baci e abbracci (1999), my name is tanino (2002), caterina va in città (2003), n (io e napoleone) (2006) |