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L’ARIA SALATASalzige LuftFabio, Sozialarbeiter im Gefängnis Rebibbia in Rom, trifft dort zufällig auf seinen Vater Luigi. Es ist die erste Begegnung seit Fabios Kindheit; damals hatte der Vater die Familie verlassen. Luigi sitzt seit 20 Jahren wegen Mordes ein und gibt vor, an Epilepsie zu leiden, um in den offenen Vollzug zu kommen. Das plötzliche Vorhandensein des verhaßten Vaters reißt bei Fabio und dessen Schwester alte Wunden auf. Eines Tages offenbart Fabio Luigi, der ihn nicht erkannt hatte, aufgewühlt seine Identität. Schließlich verschafft er ihm für einen Tag den ersten Freigang − den Luigi zur Flucht und Fabio zur Erkundung ihrer Geschichte nutzen will... Regie: Alessandro Angelini Italien 2007 Trailer auf cinemaitaliano.info anschauen In L’ARIA SALATA erzähle ich eine Geschichte, in deren Mittelpunkt eine Vater-Sohn-Beziehung steht. Da die Story realistisch sein sollte, mußte ich jedoch auch unbedingt den sozialen Kontext der Figuren kennen. Die Entscheidung, den Film im Gefängnis spielen zu lassen, geht auf meine Erfahrungen als ehrenamtlicher Helfer im Gefängnis Rebibbia in Rom zurück. Als ich L’ARIA SALATA drehte, war mir klar, daß es wichtig war, nah an der Wirklichkeit zu bleiben, bei den Aufnahmen und den Schauspielern auf einen klaren Stil zu achten und nach der Vorgabe "weniger ist mehr" zu arbeiten. Nur so konnte ich viele Szenen vermeiden, in denen die Schauspieler brüllen und Sätze sagen, die gekünstelt klingen. Um die Geschichte schonungslos und realistisch umzusetzen, wurde ein kontrastreiches und kaltes Licht gewählt. Und die Kameraführung spiegelt auch ein wenig die Seele der Figuren wider. Licht und Farben unterstützen die Erzählung, ebenso wie die Handkamera den Protagonisten folgt, sie aus der Nähe beobachtet und dabei jegliches "Beiwerk" ausblendet. Es entsteht der Eindruck, die Kamera − und somit auch der Zuschauer − sei Teil dieses Familiendreiecks. Eine Figur, die im aktuellen italienischen Film hartnäckig immer wieder auftaucht, ist die des abwesenden, unwürdigen oder sogar verabscheuungswürdigen Vaters, der herbeigerufen wird, um seine Schuld so gut es geht wieder auszubügeln oder sich zumindest seinen Kindern zu stellen, aus denen seinetwegen nichts Gescheites geworden ist. Diesem Vater, der eine Schuld abzutragen hat, begegnen wir unter verschiedenen Masken in LE CHIAVI DI CASA von Gianni Amelio, in Cristina Comencinis LA BESTIA NEL CUORE, in Kim Rossi Stuarts ANCHE LIBERO VA BENE. In Alessandro Angelinis Debütfilm L’ARIA SALATA ist dieser Vater ein Krimineller. Der Regisseur verleiht dem Leben hinter Gittern eine eindringliche Wahrheit; mit sicherer Hand zeichnet er auch die Folgen nach, die dieses ungeplante Zusammentreffen von Vater und Sohn für die gesamte Familie hat. L’ARIA SALATA inszeniert einen wohlüberlegten und treffenden psychologischen Vergleich zwischen einem Vater und einem Sohn. Dabei vermeidet der Film geschickt Rührseligkeit und setzt stattdessen auf einen klar akzentuierten Stil, der nie ins Rhetorische abdriftet, sondern sich im Gegenteil stets an einem alltäglichen Realismus orientiert, der über die bloßen Fakten die psychologischen Vorgänge, ihre Unsicherheiten und Zerrissenheiten stellt. Das alles geschieht in einer Atmosphäre, die dank der schönen Bilder von Arnaldo Catinari zum ganz önlichen und oft heimlichen Spiegel dieser Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn wird. Alessandro Angelini wurde 1971 in Rom geboren. Bevor er zum Kino kam, war er als Fotoreporter tätig. Er arbeitete unter anderem mit Nanni Moretti, Francesca Comencini und Mimmo Calopresti zusammen und führte Regie bei einigen Dokumentarfilmen, darunter ragazzi del ghana (2000) und la flor mas linda de mi querer (2003). Spielfilme l’aria salata (2007) |