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UNO SU DUE

Ich oder der Andere

Lorenzo ist 30 Jahre alt und ein ehrgeiziger Anwalt, der gemeinsam mit seinem Partner Paolo zum großen Karrieresprung ansetzt. Er besitzt eine eigene Wohnung im Stadtzentrum Genuas, in der er zusammen mit Silvia lebt. Alles läuft bestens, bis er eines Tages beim Verlassen des Gerichts in Ohnmacht fällt und als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert wird. Nach einer Reihe von Tests und Untersuchungen wird er zwar entlassen, die Ärzte raten ihm jedoch, es ruhig angehen zu lassen. Lorenzo hingegen will so weitermachen wie bisher, allerdings ist nichts mehr so, wie es war...

Regie: Eugenio Cappuccio
Drehbuch: Michele Pellegrini, Francesco Cenni, Massimo Gaudioso, Eugenio Cappuccio
Kamera: Gianfilippo Corticelli
Schnitt: Fabio Nunziata
Ausstattung: Sergio Tramonti
Musik: Francesco Cerasi
Produktion: Beppe Caschetto für ITC Movies
Darsteller: Fabio Volo (Lorenzo), Anita Caprioli (Silvia), Ninetto Davoli (Giovanni), Giuseppe Battiston, Tresy Taddei, Agostina Belli, Paola Rota

Italien 2007
100 Minuten, OmdtU

Trailer auf mymovies.it anschauen

Mit UNO SU DUE versuche ich, die Gesellschaft von heute und ihre Menschen darzustellen. Mein vorheriger Film, VOLEVO SOLO DORMIRLE ADDOSSO, war die Geschichte eines jungen Managers mit Wurzeln in der Welt der Arbeiter, der es zu etwas „gebracht“ hat und bereit ist, alles für seine Karriere zu tun. Fabio Volo ist in UNO SU DUE sogar noch schlimmer: Er spielt einen unzufriedenen und arroganten Ehrgeizling, der mit dem Leben hadert, egoistisch und aufdringlich ist. Und doch sind es Typen, wie wir sie jeden Tag treffen und von denen ich ohne erhobenen Zeigefinger erzählen möchte. Auch wenn es ein harter Film ist, will ich doch niemanden verurteilen. Und so erzähle ich ganz wahrheitsgetreu, was einem Menschen passieren kann, der auf einmal feststellt, daß sein Leben auch anders verlaufen könnte.
Eugenio Cappuccio

Nach VOLEVO SOLO DORMIRLE ADDOSSO stellt uns Eugenio Cappuccio in UNO SU DUE einen weiteren Aufsteiger in einer Gesellschaft vor, die vielleicht schon übers Ziel hinausgeschossen ist. Aber UNO SU DUE ist vor allem eine Geschichte über Zerbrechlichkeit, über trügerische Sicherheiten. Genua dient als Kulisse eines Films, der neben Lorenzos Geschichte kleine Porträts von Menschen zeichnet, die in ständiger „psychologischer Bewegung“ sind − Lorenzos Geschäftspartner, Silvia − und gemeinsam ein stimmiges Bild ergeben, wie wir es im italienischen Film selten sehen. Es ist ein ehrlicher Film, der nicht ins Pathetische abgleitet, sondern giftige, aber dennoch wohlwollende Pfeile auf die gefühlosen Mittdreißiger von heute abschießt, die sooft seelenlosen Automaten gleichen: Nur ein plötzlicher Schicksalsschlag kann der Tretmühle (Geld, Geld, Geld) Einhalt gebieten und alles in Frage stellen; dabei entdecken wir, daß das Fleisch zwar schwach ist, der Kern, die Natur des Menschen jedoch stark bleibt. Fabio Volo gelingt es sehr gut, die Tragödie nachzufühlen und auszudrücken, die in Lorenzos Innern tobt. Schön ist auch das Schlußwort des Films: „Weil wir lernen, so viele Dinge zu tun, können wir gar nicht glauben, daß sich die Welt auch ohne uns weiterdreht.“
Maurizio Porro, Corriere della Sera

Das, was UNO SU DUE auszeichnet, ist das „Wie“ der Erzählung; es sind die feinen Nuancen, die Wahrheit in den Worten, die die Protagonisten austauschen, das intensive Spiel der Darsteller und das Fehlen jeglicher aufgesetzter Rhetorik. Nach CASOMAI und LA FEBBRE von Alessandro D’Alatri beweist Fabio Volo auch hier wieder, was für ein grandioser Schauspieler er ist.
Paolo D’Agostini, La repubblica

Eugenio Cappuccio wurde 1961 in Latina geboren. Er machte seinen Abschluß am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom und arbeitete u. a. mit Federico Fellini zusammen. Cappuccio drehte auch Videoclips und Dokumentarfilme. Gemeinsam mit Massimo Gaudioso und Fabio Nunziata gab er 1997 sein Filmdebüt (il caricatore).

Spielfilme il caricatore (1997, zusammen mit Massimo Gaudioso und Fabio Nunziata), la vita è una sola (1998, mit M. Gaudioso und F. Nunziata), volevo solo dormirle addosso (2004), uno su due (2007)

apnea - apnea - in den abgründen des profits

l’amico di famiglia - unser freund

l’aria salata - salzige luft

romanzo criminale - kriminaltango

n (io e napoleone) - n (ich und napoleon)

la terra - der besitz

uno su due - ich oder der andere