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APNEA

In den Abgründen des Profits

Der 35-jährige Paolo, Redakteur bei einer kleinen Provinzzeitschrift, kann auf eine sehr erfolgreiche Karriere als Fechter zurückblicken. Eines Tages stirbt sein langjähriger Freund Franz an einem Herzinfarkt. Nach den gemeinsamen Jahren als Sportler hatte Franz als Bauunternehmer gearbeitet. Zufällig entdeckt Paolo, daß es im Leben seines Freundes manche Ungereimtheiten gab, und auch sein Tod erscheint höchst mysös. Er begibt sich auf eine verhängnisvolle Spurensuche...

Regie: Roberto Dordit
Drehbuch: Roberto Dordit, Serena Brugnolo
Kamera: Tommaso Borgstrom
Schnitt: Luciana Pandolfelli
Ausstattung: Beatrice Scarpato
Musik: Pasquale Laino, Paolo Buonvino
Produktion: Francesca Cima, Nicola Giuliano für Indigo Film
Darsteller: Claudio Santamaria (Paolo), Elio De Capitani (Giordano), Fabrizia Sacchi (Monica), Michela Noonan (Chiara), Diego Ribon, Giuseppe Battiston, Emilio De Marchi

Italien 2005
85 Minuten, OmdtU

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Ausgangspunkt des Films ist eine wahre Geschichte aus dem Jahre 1981, über den Tod von fünf Arbeitern einer Gerberei in der Provinz Vicenza. Bei dem Versuch, sich gegenseitig zu retten, kamen alle ums Leben. Ich bin von dieser Zeitungsnotiz ausgegangen, wollte aber über die Darstellung des Unfalls hinausgehen. Mir gefiel die Idee, statt von der realen Arbeitswelt von einer Mentalität zu erzählen, von einem menschlichen Panorama. Wenn am Schluß des Films ein Happy−End stehen würde, wäre ich ein bißchen heuchlerisch gewesen. Ich wollte nicht versöhnlich sein. Die Realität ist leider unerbittlich. In Italien werden Geschäfte auf eine Art und Weise betrieben, die nah an der Grenze zur Kriminalität ist. Alles gut ausgehen zu lassen, erschien mir wie ein Verrat.
Roberto Dordit

APNEA ist ein gut gemacher Thriller mit sozialem Hintergrund, der von einer verborgenen Realität erzählt, nämlich von Arbeitsunfällen, die in Italien stetig zunehmen. Roberto Dordit, Kenner der Welt des Sports und Dokumentarfilmer, nutzt seine Kenntnisse aus beiden Bereichen für einen Krimi, dessen Hauptdarsteller der immer brillianter werdende Claudio Santamaria ist. Rhythmusgefühl und Spannung zeichnen sowohl das Drehbuch als auch die filmische Umsetzung aus, ganz im Sinne der "apnea", des Atemstillstands − eine metaphorische Umschreibung dafür, daß man in den Gerbereien im Nordosten Italiens den Atem anhalten muß, um nicht an den Ausdünstungen zu sterben.
Maurizio Porro, Corriere della Sera

APNEA ist der erste Spielfilm Roberto Dordits [...]. Er begibt sich in die nordöstlichen Regionen Italiens, um uns von der Ungerechtigkeit unseres Wirtschaftssystems zu erzählen. Er will uns jene hochgelobten kleinen und mittelständischen Unternehmen zeigen, die "Perlen" des Made in Italy, die im Überlebenskampf ihre eigenen Arbeiter töten. apnea ist ein stummer Protestschrei gegen das Sterben bei der Arbeit, gegen einen zynischen und kurzsichtigen Kapitalismus. Paolo steigt herab in einen Abgrund, in dem er die Luft anhalten muß, um nicht den Gestank einatmen zu müssen: den Gestank der vielen Tode, die das Gesetz des Profits verursacht. Es ist ein gut gelungener Krimi − trotz des niedrigen Budgets.
Boris Sollazzo, Liberazione

Roberto Dordit wurde 1964 in Venedig geboren. Nach einem Architekturstudium wendet er sich – zwischen Italien und Frankreich pendelnd – dem Dokumentar- und Kurzfilm zu (sotto il livello del mare (1989), zoo (1994) und nella polvere (2000)).

Spielfilme apnea (2005)

apnea - apnea - in den abgründen des profits

l’amico di famiglia - unser freund

l’aria salata - salzige luft

romanzo criminale - kriminaltango

n (io e napoleone) - n (ich und napoleon)

la terra - der besitz

uno su due - ich oder der andere